Schulgeschichte

100 Jahre Ludgerischule

Geschichte des Schulgebäudes

Als die schon bestehende zweiklassige Schule, neben der damaligen Pfarrkirche, heute „Friedenskirche“, gelegen, die wachsende Schülerzahl nicht mehr aufnehmen konnte, entschloss sich die Gemeinde 1893, eine neue Schule zu errichten. In der Chronik heißt es: „Im Frühjahr 1893 kaufte die Gemeinde Selm die alte Wormstallsche Besitzung hinter der Kirche liegend zum Preis von 7.600 Mark. Das alte Haus wurde abgebrochen. In dem angekauften Wormstallschen Garten wurde im Sommer des Jahres 1893 eine neue massive Schule nebst Lehrerwohnung erbaut. Der Bau wurde ausgeführt von dem Bauunternehmer Herrn Mesum aus Dülmen. Die Gemeinde erhielt zu dem Schulbau von der Königlichen Regierung eine einmalige Zulage von 1.000 Mark.“

Im Jahre 1910 erfolgte dann der erste Erweiterungsbau. Anlass gab die Errichtung der Zeche „Hermann“ durch die Triersche Bergwerksgesellschaft in den Jahren 1907 – 1909. Viele Arbeiter aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern strömten damals nach Selm, um hier Arbeit zu suchen. Dadurch stieg die Schülerzahl an der Ludgerischule sprunghaft an. 1910 sah sich die Gemeinde gezwungen, weiteren Schulraum zu schaffen. In der Chronik heißt es dazu: „Am 1. Oktober 1909 wurde beschlossen, an das bestehende Schulgebäude einen Flügel mit 4 Klassenräumen anzubauen, der bis zum 1. April 1910 fertig gestellt sein soll.“ (…)

Nachdem der vom Gemeindebaumeister angefertigte Plan für die neue Schule die Genehmigung der Königlichen Regierung erhalten hatte, wurde von der Gemeindevertretung die Ausführung des Baus dem Bauunternehmer Kohl übertragen, welcher sofort mit dem Bau begann. Am 1. Januar 1910 war der 1. Stock bereits im Rohbau fertig. Die neue Schule erhält außer den 4 Klassenräumen auch noch einen Zeichensaal und einen Sitzungssaal für Abhaltung von Versammlungen und ….

Mit Beginn des neuen Schuljahres war der Bau des neuen Schulgebäudes soweit gefördert, dass derselbe in Benutzung genommen werden konnte. Es ist ein stattlicher Bau mit hellen luftigen Klassenzimmern, geräumigen Fluren, bequemen steinernen Treppen, mit Dampfheizung und Wasserleitung versehen.“ Schon ein Jahr später (1911) – die Schülerzahl war inzwischen auf 784 gestiegen – musste die Schule erneut erweitert werden. Dazu heißt es: „….so wurde der Bau einer weiteren sechsklassigen Schule im Anschluss an die im vorigen Jahr erbaute vierklassige und der Abbruch des alten im Wege stehenden Schulgebäudes (Holtkamps Schol), beschlossen. Mit dem Bau, dessen Ausführung dem Bauunternehmer Merten hier selbst übertragen wurde, wurde im Juni begonnen. Am 16. Oktober wurde das fertiggestellte Schulgebäude in Benutzung genommen. Dasselbe enthält 6 schöne Klassenzimmer, im Dachgeschoss 2 Zeichensäle, 1 Konferenzzimmer und 2 kleine Lehrmittelzimmer; im Souterrain Schuldienerwohnung und Badeeinrichtung.“

Das Schulgebäude ist in dieser Form bis auf den heutigen Tag so erhalten geblieben. In all den Jahren wurden immer nur Renovierungsmaßnahmen in kleinerem und größerem Umfang durchgeführt.

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